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Antonitsch schwärmt von Kitzbühel-Sensationsmann Misolic: „Sowas habe ich noch nicht erlebt“

Zwei solche Aufholjagden an einem Tag – das verblüfft auch Ex-Profi und Turnierdirektor Alexander Antonitsch.

Filip Misolic ©GEPA pictures/ Patrick Steiner

Als Debütant auf der ATP-Tour schon mal zumindest ins Halbfinale: Mit seinen Auftritten bei den Generali Open Kitzbühel hat Filip Misolic in diesen Tagen für mächtiges Aufsehen gesorgt. Ganz besonders am gestrigen Freitag, als ihm im Viertelfinale und im Halbfinale gleich zwei sehenswerte Aufholjagden gelangen. Und ganz besonders bei Turnierdirektor Alexander Antonitsch, dem vor allem die Einstellung des ÖTV-Senkrechtstarters gefällt – ungeachtet des Ausgangs des Vorschlussrundenmatches gegen den Deutschen Yannick Hanfmann, das beim Stande von 6:2, 2:6, 6:6 und 1:0 für Misolic im Tiebreak des dritten Satzes am Freitagabend abgebrochen wurde.

„Der Bursche ist 20 Jahre alt, spielt wirklich gutes Tennis, lamentiert nicht lang herum. Vielleicht ein kurzes Kopfschütteln – und dann schaut er gleich wieder nach vorne“, ließ Antonitsch die Journalisten an seinen erfreulichen Beobachtungen teilhaben. „Ich habe schon ganz andere gesehen, auch Superstars, die dann jammern und lamentieren oder sonst irgendwas. Es ist einfach beeindruckend. Er spielt großes Tennis, geht dann auch nach und sucht nach unterschiedlichen Möglichkeiten. Vielleicht ist der Volley jetzt noch nicht so sein Hausschlag. Aber du hast das Gefühl: Er weiß, was er da tut, und er macht das Richtige und stellt seine Gegner auch laufend vor Probleme.“

„Wenn die Nadal spielt, dann sagt man dazu ‚absolute Weltklasse’“

Besonders beeindruckt hat Antonitsch in der Hinsicht das Semifinale gegen Hanfmann: „Alleine die Partie, wo ich bei 1:4 (mit Doppelbreak im dritten Satz; Anmerkung) gesagt habe: ‚Der Bursche jammert noch immer nicht’ – das war für mich beeindruckend. Und kaum kriegt er eine Chance, ist er da. Das hängt von zwei Sachen ab: Der Eine muss ein bisschen wackeln und dir was geben, aber dann muss er eben auch erst mal da sein. Er hat plötzlich viel mehr Returns gebracht, ist auch draufgegangen“ – und habe so selbst den größten Anteil an der Aufholjagd. Eine solche war Misolic bereits im Viertelfinale am selben Tag zuvor gelungen, als er den Serben Dusan Lajovic eliminiert hatte – nach 2:6,-3:5-Rückstand.

Ist schwer angetan vom letzten Österreicher im Bewerb: Turnierdirektor Alexander Antonitsch. ©GEPA pictures/ Patrick Steiner

Zwei solche Aufholjagden an einem Tag – „egal, wie’s ausgeht: Ich habe im Tennis schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht. Da kann ich mich zumindest nicht daran erinnern“, so Antonitsch. Vor allem nicht in dieser Art und Weise: „Man hat ja gesehen, auch in den Zeitlupen, dass er platt ist, die Richtungswechsel etc. schwerfallen, und sich dann noch einen Zuckerschub gegeben (drei Red Bull Cola bei den Seitenwechseln; Anmerkung). Ich habe fast das Gefühl gehabt, dass Hanfmann gemerkt hat, dass Schlechtwetter kommt und er’s schnell machen will, ‚und ich habe eh zwei Breaks’. Misolic ist zurückgekommen mit zwei Returns – wenn die Nadal spielt, dann sagt man dazu ‚absolute Weltklasse’, die hat aber Misolic gespielt. Da muss man auch sagen: absolute Weltklasse. Die haben ihn zurückgebracht.“

Nicht nur am Freitag beeindruckend

Auch das Publikum habe sicher ein wenig geholfen: „Hanfmann hat Nerven gezeigt. Und Misolic hat bei der Kulisse vielleicht doch ein wenig mehr Emotionen.“ Beeindruckt hatte Antonitsch aber auch schon der Turnierstart des jungen Grazers: „Die erste Runde muss man erst mal so heimspielen. Denn die waren beide vom Ranking her auf Augenhöhe. Die zweite Runde: Ja, Andujar hat ihm ein bisschen geholfen (etwa durch 14 Doppelfehler; Anmerkung). Aber das hat ja auch daran gelegen, was Misolic da von hinten und generell gespielt hat. Gegen Lajovic hat er dann ein bisschen Nervosität abgeschüttelt, das Ende des zweiten Satzes war beeindruckend – und auch, wie er’s dann fertiggespielt hat und dass er von hinten eigentlich der solidere Spieler war. Und Lajovic ist 2019 im Finale von Monte Carlo gestanden.“

Während Misolic vor Ort von Touring Coach Lorenz Fink (und an den ersten Turniertagen auch von ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer) betreut wird, haben seine Eltern den Erfolgslauf ihres Sohnes zumindest vor Ort diesmal verpasst. „Die sind in Kroatien auf Urlaub“, wusste Antonitsch. „Sie schauen aber jede Partie von ihm.“ Und auch Misolic war bewusst: „Sie sind immer bei mir.“

Hier alle Ergebnisse des ATP-Turniers in Kitzbühel.

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