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Verbands-Info

Der Tennisnachwuchs in der Steiermark - wie sieht es derzeit aus?

Günter Grimberg ist Jugendkoordinator des Steirischen Tennisverbandes und Mag. Matthias Schuck ist StTV Headcoach. Im Rahmen der Steirischen Meisterschaften der Jugend beim TSV Hartberg standen die beiden Rede und Antwort zu Fragen über den heimischen Tennisnachwuchs. (Foto: StTV/Kirsch)

Lieber Günter, lieber Matthias, Ihr habt dem heimischen Tennisnachwuchs bei den Steirischen Jugendmeisterschaften beim TSV Hartberg auf den Schläger geschaut, wie sieht Euer Resümee nach dieser Turnierwoche aus?

Grimberg: Grundsätzlich positiv. Es hat teilweise erfreulich gute Leistungen gegeben. Gerade bei den Burschen U14 und U16 war das Niveau doch sehr beachtlich. Bei den Mädchen gibt es einige sehr gute Spielerinnen, hier fehlt aber einfach die Dichte. Das ist aber nicht nur ein steirisches Problem. Positiv sind sicher auch die Bewerbe bei den Jüngsten im U9 und U10 zu bewerten. Die Teilnehmerzahl war mit 40 Teilnehmern doch sehr beachtlich und die Leistungen waren auch schon auf einem sehr hohen Niveau. Hier macht sich das Training und das Spiel auf dem Midcourt, dem verkürztes Einzelfeld, schon langsam bemerkbar.

Schuck: Für mich war es auch eine gelungene Veranstaltung und das Niveau lässt auf alle Fälle für die Zukunft hoffen. Bei gewissen Bewerben wie Burschen U14 und U16 gibt es schon eine qualitativ hohe Dichte, bei den Mädchen sehe ich das auch so wie Günter Grimberg, da haben wir, vor allem was die Teilnehmerzahl betrifft, sicher noch Aufholbedarf. Und im U9/U10 Bereich bin ich auch sehr stolz, dass mit den kleineren Spielfeldern, den weicheren Bällen und kürzeren Schlägern bei den Kids eine imponierende Entwicklung zu beobachten ist.


Die Meisterschaften waren - sagen wir einmal - zufriedenstellend besetzt. Man hätte aber sicherlich mehr Nennungen erwarten können. Gibt es da aus Eurer Sicht spezielle Gründe, warum nicht noch mehr Nennungen zustande gekommen sind?

Grimberg: 115 Einzelnennungen sind sicher o.k., aber sie können uns nicht zufriedenstellen. Natürlich ist Hartberg nicht so zentral gelegen wie z.B. Graz und die weite Fahrt schreckt sicher einige SpielerInnen ab. Auch muss die Bewerbung der Landesmeisterschaften noch besser werden. So sollte meiner Ansicht nach bei allen Jugend-Sommerturnieren bereits auf "die Steirischen" hingewiesen werden!

Schuck: Ich glaube, dass einige Familien die letzte Ferienwoche noch dazu genutzt haben um auf Urlaub zu fahren. Und natürlich ist die Anreise nach Hartberg weiter, aber die Steirischen Meisterschaften sollten doch ein Saisonhöhepunkt im Turnierplan sein, der einfach jedes Jahr fix eingeplant werden sollte.

Der U18 Bewerb wurde weder bei den Mädchen noch bei den Burschen ausgetragen, wie bewertet Ihr das? gibt es in dieser Altersgruppe zu wenige Jugendliche oder haben die Steirischen Meisterschaften in dieser Altersgruppe keinen großen Stellenwert mehr?

Grimberg: Der Stellenwert ist sicher gering, mit dem U-16-Bereich endet "offiziell" das Jugendtennis. Die U18-Bewerbe müsste man einfach auch sportlich aufwerten. So könnten die Ergebnisse z.B. zu 50 Prozent für die Herren- bzw. Damenrangliste zählen, oder man könnte dem Sieger des U18-Bewerbs z.B. eine Wild Card für den Hauptbewerb in der allgemeinen Klasse bei den nächsten Meisterschaften geben.

Schuck: Ich glaube nicht, dass es zu wenig Jugendliche gibt, sondern dass es vielen "durchschnittlichen" Turnierspielern eher an der Motivation fehlt, so ein Turnier zu spielen. Und die besten in diesem Alter spielen entweder internationale Turniere oder nationale Herrenturniere, weil sie da eine größere sportliche Herausforderung sehen. Der U18 Bewerb ist aber in ganz Österreich ein "Problemkind".


Wenn man mit der/dem einen oder anderen jungen Tennisspielerin/Tennisspieler oder auch mit deren Eltern spricht, bekommt man doch ab und zu das Gefühl, dass manche Kinder und Jugendliche erst gar nicht für die Steirischen Meisterschaften nennen, weil sie das Gefühl haben, dass dieses Turnier nur für die ganz guten SpielerInnen ausgetragen wird und sie daher dort gleich in der ersten Runde verlieren werden. Dabei sollten die Steirischen Jugendmeisterschaften doch ein großes "Come Together" der Nachwuchsszene sein, das unter dem Motto steht: "Dabei sein ist alles!". Wie seht Ihr das und was könnte man machen, um dieser Veranstaltung noch mehr Leben einzuhauchen?

Grimberg: Dies ist richtig, viele trauen sich nicht mitzuspielen weil sie Angst haben, dass sie "abgeschossen" werden. Zum eine sollten natürlich die Besten mitspielen, aber auch die 2. Garnitur sollte die Chance nutzen sich mit den Besten zu messen. Vielleicht animiert ein "B-Bewerb" mehr Jugendliche zum mitmachen, so hat jeder Teilnehmer zumindest zwei Spiele….

Schuck: Es ist sicher nicht lustig, wenn man in der 1. Runde eine klare und hohe Niederlage einfährt und dann wieder nach Hause fahren muss. Ich sehe es daher gleich wie Günter Grimberg und meine, dass eine Art "B-Bewerb" Sinn machen würde. Das ist ja in Form der Consulation-Bewerbe auch bei internationalen Bewerben üblich und würde meiner Ansicht nach mehr Teilnehmer bringen. Auch würden z.B. eine "Players Party" und diverse Spielerehrungen (z.B. Spieler des Jahres, Doppel des Jahres,...) sicher für alle Jugendlichen ein attraktives Rahmenprogramm darstellen.

Sieht man sich die Nennlisten an, dann fehlen da doch einige große Nachwuchshoffnungen aus der Steiermark? Warum ist z.B. eine Anna-Maria Heil nicht dabei? Und was ist mit Johannes Schretter? Wäre eine Teilnahme bei den Steirischen Meisterschaften nach seiner langen Verletzung noch etwas zu früh gewesen, oder hätte er sich dadurch z.B. nicht schon wieder ein wenig ans Turnierspielen gewöhnen können?

Schuck: Anna-Maria ist im Herbst ins ÖTV - Leistungszentrum Südstadt gewechselt und dort hatten sie in der Woche der Steirischen Meisterschaften schon Schule. Für Johannes war der Zeitpunkt einfach noch zu früh. Er kann mittlerweile schon wieder voll trainieren und befindet sich gerade im Trainingsaufbau. Mit dem Turnierspielen wollen wir nichts überstürzen. In 2-3 Wochen wird er wieder ins Turniergeschehen eingreifen.


Apropos Anna-Maria Heil. Sie ist ja nach jahrelangem Training im Leistungszentrum des StTV - bei Dir Matthias - nun seit September 2008 in das Bundesleistungszentrum Südstadt gegangen. Was waren die Gründe für diese Entscheidung aus Eurer Sicht und wie bewertet Ihr diese Entscheidung?

Grimberg: Sicher war das finanzielle Angebot in die Südstadt zu gehen sehr verlockend. Der ÖTV übernimmt eigentlich die gesamten Trainingskosten, dies übersteigt einfach das Budget eines Landesverbandes. Zweitens war sicher auch die Südstadt mit dem angeschlossenen Internat für Anna-Maria ein Grund zu wechseln. In Graz war sie zwar sehr gut betreut, aber sie ist doch in eine eher "normales Gymnasium" gegangen. Und in einer Schule speziell für Leistungssportler versteht man die Probleme, die vor allem durch den hohen zeitlichen Aufwand entstehen, einfach besser. Dazu kommt, dass Sie dort auch noch unter "Gleichgesinnten" ist. Wir hoffen natürlich durch das Musterland in Leibnitz diese Lücke schließen zu können….. Ich wünsche Anna-Maria auf ihrem weiteren Weg alles Gute!

Schuck: Wie das Günter Grimberg schon gesagt hat, hat Anna-Maria ein sehr attraktives Angebot vom ÖTV bekommen. In der Südstadt hat sie dazu noch starke Mädchen in der Trainingsgruppe und auch die Infrastruktur bietet einiges. So liegen die Trainingsplätze, die Anlagen fürs Konditionstraining, die Schule und das Internat auf einem Gelände und sind innerhalb kürzester Zeit erreichbar. Kurze Wege also, genau so wie wir das auch beim Musterland in Leibniz geplant haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie ihren Weg machen wird und ich wünsche ihr dafür ebenfalls auch von dieser Stelle aus alles Gute!


Wie sieht die derzeitige Struktur im StTV Leistungszentrum in Graz aus? Wie viele Spieler trainieren hier? Welche Trainer arbeiten mit? Und was wird Nachwuchshoffnungen beim StTV geboten?

Grimberg: Derzeit trainieren 24 Athleten in Graz. Unser Schwerpunkt ist zum einen der Bereich U12-U16 aber auch im U10-Bereich versuchen wir besondere Schwerpunkte zu setzen. Head-Coach ist Mag. Matthias Schuck, neben ihm arbeiten Andi Leber und ab Herbst auch Osabnik Bostjan im U16-Bereich. Unterstützt werden sie von Mag. Christoph Lahousen, der ja früher noch mehr gemacht hat, aber durch seine Lehrverpflichtung einfach zeitlich begrenzt ist. Im U10-Bereich liegt die Hauptverantwortung bei Stefan Schuh, der von Rüdiger Wagner unterstützt wird. Außerdem ist Mag. Martina Herfert noch als Touring-Coach unterwegs und in der Region Liezen tätig. Einen großen Schwerpunkt legen wir auf die körperliche Ausbildung der Athleten. Mit Mag. Wolfgang Fischer und Robert Hofer haben wir zwei Konditionstrainer. Hier wird nicht nur in der Vorbereitungsphase intensiv gearbeitet, sondern wir bieten in der heurigen Wintersaison z.B. ein tägliches Konditionstraining an. Im mentalen Bereich werden wir von Mag. Thomas Kayer betreut. Wir wollen unseren Spielern einfach eine umfassende Ausbildung ermöglichen!

Schuck: Zu den bereits angeführten Leistungen ist die individuelle Trainings- und Turnierplanung ebenso ein fixer Bestandteil unserer Arbeit, wie die ganzjährige nationale und internationale Turnierbetreuung. Auf schulischer Ebene arbeiten wir mit dem Sport BORG Monsbergergasse zusammen, im medizinischen Bereich werden die Spieler vom LKH Graz betreut.

Und was ist mit der Mädchengruppe (Angerer, Forstner, Hendler, Köll, Mörth, Summerer) die ja gemeinsam mit Evelyn Fauth beim Verband trainiert hat. Warum sind diese Spielerinnen nicht mehr beim Verband? Warum ist Evelyn Fauth nicht mehr als Verbandstrainerin tätig? Was ist also aus dieser Gruppe geworden?

Grimberg: Evi Fauth hat sich mit ihren Spielerinnen einfach für den privaten Weg entschieden. Sie sind der Meinung so noch flexibler arbeiten zu können. Ihr Ziel ist sicher der Anschluss an die internationale Spitze. Dass dieser Weg ein sehr steiniger ist, wissen alle, die im Tennis tätig sind. Ich wünsche Evelyn und den Mädchen auf jeden Fall viel Glück für ihre weitere Karriere.


Zurück zu den Trainern des Leistungszentrums. Was machen diese eigentlich, um ständig auf dem neuesten Stand der Tennisentwicklungen zu sein?

Grimberg: Mit Matthias Schuck haben wir einen ÖTV Kadercoach, der sehr eng mit dem Bundesleistungszentrum in der Südstadt zusammenarbeitet und so unsere Trainer auf dem neuesten Stand hält. Dann sind natürlich nationale und internationale Fortbildungen unerlässlich, um sich auch als Coach weiterzubilden. Dazu hat die ITF (der Tennis-Weltverband) mit der Schaffung des so genannten "tennis-i-coach" eine Internetplattform geschaffen, bei der man stets über die wichtigsten Neuigkeiten im Leistungstennis informiert wird. Diese Plattform ist meiner Ansicht nach ein absolutes Muss für alle Trainer.


Schuck: Wir versuchen uns über Trainerfortbildungen auf dem Laufenden zu halten. Weiters habe ich durch die bereits angesprochene Tätigkeit als ÖTV Kadercoach im Bereich U12 und durch die Betreuung der StTV Spieler die Möglichkeit bei den besten internationalen Jugendturnieren (ETA U12, U14, U16, ITF U18) dabei zu sein. Erfahrungen, die ich unseren Trainern selbstverständlich gerne weitergebe und die auch enorm weiterhelfen. Selbstverständlich setzen wir auch moderne Hilfsmittel im Trainingsalltag ein. Das Videoanalyseprogramm "Silicon-Coach" oder der erwähnte "tennis-i-coach" gehören neben anderen Dingen einfach zum Standard.


Und welche Tipps könnt Ihr in diesem Zusammenhang den Trainern, die z.B. im Nachwuchsbereich in den Vereinen arbeiten, geben? Welche Aus- und Fortbildungen machen wirklich Sinn?

Grimberg: Die staatlichen Ausbildungen gehören einmal zur Basis, dazu sollten Vereinstrainer -zumindest einmal pro Jahr - eine Fortbildung besuchen. Der Steirische Tennisverband bietet dazu z.B. heuer wieder eine tolle Fortbildung an. Am 6. Dezember 2008 wird mit Hrvoje Zmajic (ITF) der Tennis Europe Development Officer der ITF, in Deutschfeistritz zu Gast sein.

Schuck: ….. ja und dazu gibt es z.B. auch noch Fortbildungen des ÖTV in der Stüdstadt. Was internationale Fortbildungen wie z.B. ITF-Kongresse betrifft, halte ich diese für ausgezeichnet, das Hauptproblem liegt aber darin, dass es leider für jede Nation nur begrenzte Startplätze gibt.


Die Strukturen für eine qualitativ hochwertige Nachwuchsarbeit bzw. für eine perfekte Ausbildung von Tennisspielern sind beim StTV also vorhanden. Wie kommt ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent nun in den Genuss dieser Leistungen? Wodurch werdet Ihr überhaupt auf Talente aufmerksam?

Grimberg: Die meisten Leistungen sind natürlich vor allem für unsere Kaderspieler. Aber an offenen Lehrgängen können selbstverständlich auch jene SpielerInnen teilnehmen, die noch nicht im Kader sind. Was Sichtungen betrifft, so schauen wir uns den Nachwuchs z.B. bei diversen steirischen Jugendturnieren oder auch Bambiniden genauer an. SpielerInnen, die uns dort auffallen, versuchen wir dann mit einem intensiveren Programm zu fördern und so ans Leistungstennis heranzuführen

Schuck: Was die Turniere betrifft, gehören vor allem die Steirischen Jugendmeisterschaften und der Wilson Styrian Circuit zu den Veranstaltungen, bei denen wir ganz genau auf den Nachwuchs schauen. Dazu scouten wir auch über die offenen Lehrgänge neue Talente. Dann geht es genau so weiter, wie Günter Grimberg gesagt hat…. weitere Förderungen durch Lehrgänge, Probetrainings, Camps, etc. Wichtig ist vielleicht auch noch, dass es im Herbst jeden Jahres eine Kadereinstufung gibt, wodurch sich dann - je nach Kaderzugehörigkeit - eben weitere Unterstützungen für die hoffnungsvollen Nachwuchstalente ergeben.


Welche SportlerInnen aus dem Leistungszentrum machen Euch derzeit am meisten Freude? Und welche steirischen Namen dürfen wir uns jetzt schon für die Tenniszukunft vormerken?

Grimberg: Sebastian Ofner und Johannes Schretter - bis zu seiner Verletzung - hatten sicher eine tolle Saison. Aber auch Sebastian Schloffer und Lorenz Fink machen bereits mit tollen Leistungen auf sich aufmerksam. Auch Matthias Hirschmann hat sich gut entwickelt. Jasmin Buchta hat den Sprung in die erweiterte nationale Spitze geschafft. Und bei den Jüngsten "gefallen" mir Sebastian Kurzmann, Lukas Beichler und Marie Sophie Schloffer besonders. Aber vielleicht stehen am Ende der Wintersaison ganz andere Namen an der Spitze, im Jugendtennis kann sich in 6 Monaten wirklich viel verändern.

Schuck: Die Arbeit macht mit allen Spielern gleich viel Freude, aber natürlich entwickeln sich einige schneller weiter als andere. 2008 hatten vor allem Johannes Schretter und Sebastian Ofner eine sehr erfolgreiche Saison. Beide konnten 2008 insgesamt 6 Staatsmeistertitel gewinnen und zählen durch ihre Erfolge auf internationaler Ebene zu den besten Spielern in Europa in ihrem Jahrgang. Nicht zu vergessen Anna-Maria Heil und Michael Eibl, die ja beide im September 2008 ins nationale Leistungszentrum gewechselt sind. Die aktuellen Erfolge sind erfreulich und bestätigen dass wir am richtigen Weg sind. Man sollte sie aber in diesem Alter nicht überbewerten, da eine kontinuierliche Weiterentwicklung und langfristige Fortschritte entscheidend sind. Denn so genannte Jungstars hat es in der Steiermark und Österreich doch schon einige gegeben.....


Was passiert jetzt über die Wintermonate beim StTV im Nachwuchsbereich und was sind die nächsten Höhepunkte für die SportlerInnen des Leistungszentrums?

Grimberg: Wir wollen unseren ambitionierten Spielern ein tägliches Tennistraining ermöglichen. Natürlich steht in den ersten Wochen die Konditionsarbeit an erster Stelle. Ein Höhepunkt wird sicher der Konditionslehrgang in der Ramsau Ende September 2008 sein. Dann sind natürlich die Staatsmeisterschaften im Jänner in allen Altersklassen der erste Turnierhöhepunkt. Auch im U9/U10-Bereich wollen wir im Winter in Graz fixe Gruppen bilden, um auch bei den Jüngsten bereits intensiver zu arbeiten. Durch verschiedene Lehrgänge werden wir immer wieder versuchen die Besten der jeweiligen Altersklassen zusammenzubringen.

Schuck: Nach einer kurzen Erholungsphase, die sich unsere Mädchen und Jungs wirklich verdient haben, beginnen wir Mitte September mit dem konditionellen Trainingsaufbau für die kommende Saison. Anfang Oktober beginnt dann das intensive Trainingsprogramm inklusive Tennis. Da erst Anfang Dezember die ersten Turniere stattfinden, ist in den Monaten Oktober und November die beste Zeit um technische Verbesserungen vorzunehmen und die Spieler optimal auf die ersten Turniere im Winter vorzubereiten, vor allem damit die SpielerInnen für die Österreichischen Hallenmeisterschaften im Jänner 2009 gut vorbereitet sind. Im Frühjahr stehen dann internationale Turniereinsätze auf dem Programm. Johannes Schretter hat aufgrund seiner Verletzung im Sommer eine andere Turnierplanung und wird voraussichtlich im Dezember nach Florida aufbrechen um an der Orange Bowl U14 teilzunehmen.


Worauf sollten NachwuchssportlerInnen und auch deren Trainer beim Training besonders achten? Was ist besonders wichtig, damit sie z.B. den Sprung ins StTV Leistungszentrum schaffen können bzw. damit sie einmal im Jugendtennis erfolgreich sein werden?

Grimberg: Neben einer fundierten tennistechnischen Ausbildung ist das Konditionstraining bereits bei den jüngeren Jahrgängen unerlässlich. Hier haben viele noch einen enormen Nachholbedarf.

Schuck: Entscheidend ist, wie schon vorher angesprochen, eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Jugendlichen. Leider wird von vielen Eltern und Trainern der Fehler gemacht, dass sie zu früh auf die Ergebnisse und die Rangliste wert legen und nicht der entsprechende Fortschritt im Mittelpunkt steht. Vor allem im Jugendtennis kann dies fatale Folgen haben, da die Jugendlichen schon zu früh unter Druck gesetzt werden, und das "Punkte hamstern" statt dem Training im Vordergrund steht. Weiters ist es im Jugendtennis wichtig, neben dem Tennistraining großen Wert auf die konditionelle Ausbildung zu legen. Damit ist aber nicht nur "Laufen gehen" gemeint, sondern viel mehr das Schnelligkeits- und Koordinationstraining. Kinder sollten sich vor allem nicht zu früh auf eine Sportart konzentrieren, sondern anfangs mehrere Sportarten parallel ausüben, um so die motorischen Fähigkeiten zu erlangen, die sie später am Tennisplatz benötigen.


Und welche Qualitäten muss eine Spielerin / ein Spieler mitbringen, damit er sich unter den besten TennisspielerInnen der Welt behaupten kann?

Schuck: Das ist eine schwierige Frage, da es kein "Patentrezept" im Tennis gibt. Auf alle Fälle sollte sie/er aus Überzeugung am Platz stehen und ein Herz für den Tennissport haben. Weitere Voraussetzungen sind natürlich eine spielerische, technische und körperliche Basis, mit der man das immer schneller werdende Tennis bewältigen kann. Im Kopf muss man bereit sein konsequent und hart zu arbeiten, was nicht immer lustig ist.


Wie sieht es mit Turnieren im Nachwuchsbereich aus? Welche Turniere werden von Euch, vor allem für Neueinsteiger, empfohlen?

Grimberg: Hier sind sicher die Bambiniaden für die jüngsten SportlerInnen ideal, auf speziellen Kinderfeldern wird so der Einstieg ins Wettkampftennis enorm erleichtert. Auch die Matchball Steiermark Trophy und die Jugend-Mannschaftsmeisterschaft sind hervorragende Einstiegsmöglichkeiten ins Wettkampftennis.

Schuck: Dem kann ich nur beipflichten und zusätzlich auch noch auf die Turniere des Wilson Styrian Circuit hinwiesen, die dann in weiterer Folge mit ein bisschen Erfahrung auch eine hervorragende Möglichkeit bieten, um wettkampfmäßig Tennis zu spielen.


Könntet Ihr den Sinn und Nutzen hinter der Turnierserie "Matchball Steiermark Trophy" und hinter dem "Wilson Styrian Circuit" noch ein bisschen genauer erklären?

Grimberg: Die Matchball Steiermark Trophy ist sicher die ideale Turnierform für Einsteiger ins Turniertennis. Durch den ITN spielt man grundsätzlich gegen gleichwertige Gegner und hat durch den speziellen Modus zumindest 2 Matches garantiert, dazu ist auch das Nenngeld  äußerst fair… Beim Wilson Styrian Circuit sollte man, wie das Matthias Schuck schon gesagt hat, vielleicht schon das eine oder andere Turnier gespielt haben und ein bisschen Wettkampferfahrung mitbringen. Aber gerade Jugend-Mannschaftspieler oder erfolgreiche Spieler der Matchball Trophy können hier bereits recht erfolgreich teilnehmen. Auch hier gibt es für die Erstrundenverlierer immer einen "B-Bewerb".


Und jetzt noch ein paar persönliche Fragen: Wer sind eigentlich Eure großen Vorbilder im Tenniscircus? Welche Spieler faszinieren Euch und warum?

Grimberg: Rafael Nadal, er ist einfach unglaublich fit und sein Topspin ist einfach bemerkenswert. Aber auch eine Andy Murray gefällt mir sehr gut, der hat z.B. sensationelle taktische Fähigkeiten. Bei den Damen fehlt mir derzeit die technische Klasse einer Justin Henin schon ein wenig…

Schuck: In meiner Jugend hat mich Thomas Muster enorm fasziniert. Sein unglaublicher Wille und Einsatz am Platz und seine Einstellung zum Sport haben mich beeindruckt. Heute imponiert mir die Lockerheit und Leichtigkeit des Spiels von Roger Federer. Sein faires Auftreten am Platz ist gleich vorbildhaft wie sein bescheidener Umgang mit seinem großen Erfolg.


Was macht Ihr beide eigentlich, wenn Ihr Euch nicht um den Tennisnachwuchs in der Steiermark kümmert? Welche Hobbys habt Ihr?

Grimberg: Nach dem Tennis ist sicher der Fußball meine große Leidenschaft. Ich spiele immer noch selbst regelmäßig oder besuche die Spiele meines Sohnes. Dabei muss ich - das ist jetzt aber kein Hobby von mir - dann manchmal auch über den Schiedsrichter ein bisschen schimpfen…..

Schuck: Ich versuche soviel Sport wie möglich zu machen um mit den Spielern beim Ausdauertraining noch mithalten zu können. Am liebsten gehe ich laufen, radfahren, wandern, langlaufen und skifahren.

Herzlichen Dank für "Das Interview". Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg bei der Nachwuchsarbeit in der Steiermark!

AK

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