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Die nächste Turniersaison kommt bestimmt!

Wenige Turniere machen aus dem Herbst und aus den ersten Winterwochen eine ideale Zeit um sich optimal auf die nächste Tennissaison vorzubereiten. Neben technischen Umstellungen wird diese Zeit von vielen TennisspielerInnen vor allem aber auch dazu genutzt, um sich konditionell und auch koordinativ weiter zu verbessern. Beim StTV kümmern sich StTV Kondi-Chef Mag. Wolfgang Fischer und Robert Hofer um diese wichtigen Belange. Wolfgang Fischer stand zu diesem Thema daher unlängst Rede und Antwort:

Lieber Wolfgang Du kümmerst Dich gemeinsam mit Robert Hofer im StTV um die konditionellen Belange der SpielerInnen im Leistungszentrum. Wie wird von Dir das derzeitige Niveau der SpielerInnen in diesem Bereich beurteilt?

Einige SpielerInnen weisen Topwerte auf, viele wollen sich steigern und sind voll motiviert beim Konditionstraining dabei. Leider gibt es aber noch immer ein paar StTV-Athleten, denen ihre körperliche Verfassung egal ist und die dadurch auch im Match nie ihr volles Potential ausschöpfen können.

Und was kann man tun bzw. was wird derzeit von Euch getan, um dieses Niveau weiter zu verbessern?

Wir bieten seitens des StTV mehrmals pro Woche Konditionstrainingseinheiten an. Bei Bedarf arbeiten wir mit den AthletenInnen auch individuell im Einzeltraining oder sind bei Lehrgängen und Camps dabei. Auch die intensive Kommunikation mit den Tennistrainern und dem Mentaltrainer (Mag. Thomas Kayer) hilft uns, noch gezielter auf jeden Einzelnen eingehen zu können.

Ihr wart ja auch bei dem einen oder anderen Turnier in der Steiermark dabei. Wie sieht Eurer Meinung nach generell das konditionelle Niveau bei den Jugendlichen im Tennissport in der Steiermark aus?

Immer wieder sind wir von der mangelnden körperlichen Ausbildung der jugendlichen TurnierspielerInnen überrascht. Trotz sichtbarer Defizite wird noch immer zu einseitig oder nicht altersgerecht Tennis und Kondition trainiert.

Was ist Deiner Meinung nach der Grund dafür, dass bei manchen Nachwuchstalenten auch heute noch extreme Defizite im koordinativen und konditionellen Bereich vorhanden sind? Wir leben in einer Zeit, in der der Informationsfluss doch sehr schnell und einfach funktioniert. Es sollte also generell bekannt sein, dass der konditionelle und der koordinative Bereich immer wichtiger werden.

Bedingt durch unser Computerzeitalter wird mehr der Zeigefinger für's Klicken bewegt als der ganze Körper (im Freien und bei jedem Wetter) oder es wird ein Online-Game statt Ballspiele im Hof bzw. Garten gespielt. Da Tennis ein Sportspiel ist, kann es nur über "Spielen" in allen Variationen erlernt oder verbessert werden. Nicht umsonst sind die meisten Top-Spieler ausgezeichnete Fußballer, Basket- oder Volleyballspieler.

Wenn also Verbesserungspotential vorhanden ist, wo müssten die jeweiligen TrainerInnen, die SpielerInnen und selbstverständlich auch die Eltern ansetzen? Welche Empfehlung könnt Ihr da weitergeben?

Hier liegt die Hauptverantwortung bei Eltern und Trainern. Die Eltern dürfen nicht immer nur den kurzfristigen Erfolg sehen und sollten die ganzheitliche Entwicklung ihrer Kinder fördern, die Trainer müssen eine qualifizierte Ausbildung aufweisen und über Fortbildungen immer auf dem neuesten Stand der Entwicklungen bleiben.

Und wenn wir da jetzt noch ein wenig ins Detail gehen? Gibt es eine Art Grundregel, welchen Anteil das Konditionstraining und auch das Koordinationstraining im Jahres-, im Monats-, im Wochen- bzw. auch im Tagestrainingsrhythmus einnehmen sollten?

Eine Grundregel lautet, "Weniger ist mehr!". D.h. es kommt vielmehr auf die Qualität der Trainingsinhalte als auf stundenlanges Training ohne Sinnhaftigkeit an. Dieses "Weniger ist mehr!" sollte aber auf keinen Fall falsch verstanden werden. Um im Sport erfolgreich zu sein, ist es unbedingt erforderlich hart und vor allem auch konsequent zu arbeiten.

Welchen Zeitrahmen sollte man also pro Tag bzw. pro Woche bzw. auch pro Monat für die konditionellen Belange veranschlagen? Und wird da zwischen der Aufbau- bzw. der Vorbereitungsphase und der Zeit der Turniere überhaupt ein Unterschied gemacht?

Eine generelle Auskunft bzw. Antwort auf diese Frage zu geben ist fast unmöglich, da das Training individuell auf die einzelne Sportlerinnen / den einzelnen Sportler abgestimmt werden muss. Man sollte diesbezüglich daher auf jeden Fall auf Trainer mit der entsprechenden Ausbildung zurückgreifen.

Eine individuelle Arbeit ist also unabdingbar. Womit habt Ihr bzw. die SpielerInnen in dieser Hinsicht am meisten zu kämpfen? Welche Dinge werfen auch die besten Trainingspläne immer wieder durcheinander und machen eine Neuplanung erforderlich? Eine Arbeit, die man ja vordergründig nicht wirklich sieht.

Bei den Jugendlichen des StTV treten meistens zwei Störfaktoren im Trainingsalltag auf: einerseits schulische Termine (Schularbeiten, Tests, Schulveranstaltungen wie Schikurse, etc.) und Probleme mit dem Körperwachstum (z.B. Morbus Schlatter) oder kleinere Blessuren. Besonders in Phasen intensiven Wachstums muss in Rücksprache mit dem Mediziner der Trainingsumfang/-inhalt reduziert werden, um den jugendlichen AthletenInnen keinen Schaden durch Überlastung zuzufügen. Die Trainingsplanung ist ein lebender Prozess und gerade das ist auch ein Aspekt, der unsere Arbeit so interessant macht.

Was können SportlerInnen, Eltern, Betreuer und auch die jeweiligen Vereine tun, damit Sie bezüglich Konditions- und Koordinationstraining immer auf dem neuesten Informationsstand sind? Welche Möglichkeiten gibt es da über den StTV bzw. über andere Institutionen?

Einerseits bieten wir interessierten Eltern und Trainern eine Anlaufstelle bei Problemen oder Fragen. Auch Bücher von renommierten Autoren oder Internet-Foren (z.B. ITF) bieten Informationsmöglichkeiten. Vor allem aber müssen unsere SportlerInnen bereit sein, sich darüber zu informieren, warum ein ergänzendes Konditionstraining zum Tennistraining notwendig und sinnvoll ist.

Was machen Konditionstrainer eigentlich für ihre eigene Fitness? Wie hältst Du Dich fit?

Ich laufe sehr gerne, spiele ein wenig Tennis oder Basketball und mache ein regelmäßiges Kräftigungsprogramm.

Bedeutet das also, dass Du eine konditionelle oder auch eine koordinative Herausforderung Deiner Athleten jederzeit ohne Probleme annehmen und diese auch gewinnen würdet?

Ich kann von meinen Athleten keine konditionelle Leistung verlangen, die ich nicht selbst vormachen kann - nur so bin ich als Trainer glaubwürdig und ein wenig Vorbild für die SpielerInnen!

Das habe ich mir fast gedacht, aber wie sieht es da beim Tennis aus? Ab welcher Altersgrenze muss sich ein Konditionstrainer dem besseren Tennisniveau seiner Schützlinge geschlagen geben?

Ich habe leider erst mit 26 Jahren zum Tennis spielen begonnen - darum hab ich ab dem U16-Bereich keine Chance mehr mitzuhalten.

Hat ein Konditionstrainer eigentlich auch so seine Vorbilder im Tenniscircus? Wenn ja, welche sind das und warum?

Federer wegen seiner konditionellen Ganzheitlichkeit, Dawydenko als Vorbild für Beinarbeit am Platz oder die "jungen Wilden" (z.B. Monfils) wegen ihrer Explosivität und Gewandtheit.

Um welche Dinge kümmerst Du Dich eigentlich, wenn Du die StTV SportlerInnen gerade einmal nicht auf Vordermann bringst? Welchen Tätigkeiten gehst Du sonst nach?

Ich bin als Lehrbeauftragter am Universitätssportinstitut (USI) Graz (Bodystyling) bzw. am Institut für Sportwissenschaften (Motorische Grundlagen) und als Vortragender an der Bundessportakademie (BSpA) Graz in der Lehrwarte-/Trainerausbildung tätig.

Und Hobbys? Womit beschäftigst Du Dich in Deiner Freizeit gerne?

In meiner Freizeit betreibe ich beinahe alle gängigen Sommer- und Wintersportarten, lese sehr gerne oder versuche meine bescheidenen Spielkünste am Klavier zu verbessern!

Herzlichen Dank für "Das Interview". Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit mit den steirischen Nachwuchshoffnungen!

AK

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