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Verbands-Info

Johannes Schretter: Lange nichts gehört, was ist los?

Johannes "Jojo" Schretter ist mehrfacher Jugendstaatsmeister und auch mehrfacher Steirischer Meister im Einzel und Doppel. Er konnte heuer bei einigen internationalen Turnieren (ETA U14) ins Viertel- bzw. Halbfinale vordringen. Johannes hat das U14 ETA Turnier in Zagreb (CRO) gewonnen und bei diesem Turnier auch den 2. Platz im Doppel erreicht. Er trainiert derzeit im Leistungszentrum des Steirischen Tennisverbandes, ist dort B-Kader Athlet und auch Mitglied des ÖTV-Nationalkaders U14. (Foto: Langusch)

Nach den letzten großen Erfolgen auf nationaler und internationaler Ebene im U14 Bereich ist es ganz ruhig um Dich geworden, was ist los?

Ich hatte eine Verletzung am Oberschenkel bzw. Becken, die ich mir beim Schulsport zugezogen hatte und musste daher die letzten 2 Monate pausieren. Das war schon ein bisschen bitter für mich.

Wie war die Versorgung nach der Verletzung, wurdest Du gut umsorgt? 

Meine Eltern, StTV Headcoach Mag. Matthias Schuck und Dr. Stefan Schwarz (= Facharzt für Unfallchirurgie im UKH; Teamarzt 99ers; Anm.d.Red.) haben sich gut um mich gekümmert. Durch die schnelle und genaue Analyse der Verletzung konnten schlimmere Auswirkungen und damit eine noch längere Verletzungspause verhindert werden.

 Wie sieht die weitere Vorgehensweise aus, was ist jetzt besonders wichtig für Dich? 

 Jetzt ist einmal wichtig, dass die Verletzung total ausheilt und dass ich meinen Trainingsumfang der erlaubten Belastung anpasse. Wenn man täglich trainiert, sich dann verletzt und quasi zum Nichtstun verdonnert ist, ist das schon schlimm. Aber ich bin guter Dinge, dass ich Ende August wieder aus dem Stehen trainieren und dann Ende September wieder Turniere spielen kann. Auf die Turniereinsätze freue ich mich schon wieder riesig, weil es vor der Verletzung doch schon ganz gut gelaufen ist.

 Ich habe Dir gerade beim Training zugesehen. Ein wenig erinnert es mich an jenes von Thomas Muster nach seinem Unfall in Key Biscayne 1989. Du spielst mit Deinem Trainer die Bälle auf einem Sessel sitzend. Wozu ist das gut und ab wann darfst Du wieder voll trainieren?

 Ja, das war auch das erste, woran ich gedacht habe, als wir so trainiert haben. Das Spielen aus dem Sessel dient eigentlich nur dazu, dass ich das Ballgefühl nicht verliere. So wie es derzeit aussieht, darf ich wahrscheinlich Anfang September wieder voll trainieren.

Vor Deiner Verletzung hast Du ja ein sehr dichtes Programm (nationale und internationale Turniere) ziemlich erfolgreich absolviert, war das vielleicht zu viel für Dich?

Ich glaube nicht, dass es an dem gelegen hat. Diese Verletzung ist eher auf das Wachstum zurückzuführen. Ich bin in der letzten Zeit doch ein wenig in die Höhe geschossen.

Wie viele Turniere spielt man eigentlich in Deinem Altersbereich so im Schnitt pro Jahr? 

Also wenn die Verletzung nicht dazwischen gekommen wäre, dann hätte ich heuer ungefähr 20 Turniere gespielt. 

Wirst Du heuer noch Turniere spielen, oder nutzt Du die eher ruhigere Zeit - in der sich viele SpielerInnen dem Aufbau für die nächste Saison widmen - um Dich noch besser auf das kommende Jahr vorzubereiten?

Es ist mein Ziel, heuer unbedingt noch Turniere zu spielen, damit ich mich wieder ans Turnierspielen gewöhne. Ich sehe die jetzige kontinuierliche Aufbauphase nach der Verletzung als Chance, um noch stärker in die nächste Saison starten zu können.

Wie sieht eigentlich ein normaler Tagesablauf im Leben des Johannes Schretter aus, wenn er voll im Training steht?

 In der Früh heißt es um 6:30 raus aus dem Bett. Nach einem kurzen Frühstück geht es dann ab in die Schule. Um 13:30 Uhr werde ich von der Schule abgeholt und zum Training gebracht. Jetzt im Sommer trainieren wir z.B. auf den Plätzen des TC Graz Reininghaus. Danach absolviere ich meistens noch eine Konditionseinheit. Nach dem Dehnen am Abend falle ich doch oft schon sehr müde ins Bett und schlafe ganz tief, bis halt der Wecker um 6:30 wieder klingelt……

 Apropos Schule, wie lässt sich die schulische Ausbildung und das intensive Training eigentlich vereinbaren?

 Ich gehe ins Bundesrealgymnasium Petersgasse in Graz. Der dortige Direktor, Mag. Josef Rumpf, hat ja einen großen Bezug zum Tennissport und so bekomme ich bei Turnieren frei. Selbstverständlich muss ich dann während der Turniere immer fleißig lernen und eventuell versäumte Prüfungen nachholen. Mit einer konsequenten Zeiteinteilung ist das aber alles unter einen Hut zu bringen, auch wenn es manchmal schon ein wenig stressig wird.

Wer kümmert sich um Dein Training? Wie sieht Dein Trainerteam aus?

 Also das Tennistraining absolviere ich mit Mag. Matthias Schuck, dem Headcoach des Steirischen Tennisverbandes. Im konditionellen Bereich unterstützen mich die beiden Konditionstrainer des StTV, Mag. Wolfgang Fischer und Robert Hofer. Und psychologisch werde ich vom zuständigen Verbandspsychologen, Mag. Thomas Kayer, betreut.

Um die organisatorischen Dinge kümmern sich großteils meine Mutter und Matthias Schuck.

 Und was machst Du, wenn Du einmal nicht auf dem Tennisplatz stehst? Was sind Deine Hobbys?

 Im Winter spiele ich gerne Eishockey, da ich eine lange Zeit bei den Graz 99ers trainiert habe. Im Sommer spiele ich gerne Fußball, Badminton und ich fahre oft mit dem Rad. Außerdem interessiere ich mich für Modellsport.

 Wieder zurück zum Tennis: Für welchen Verein wirst Du in der kommenden Saison im Rahmen der Steirischen Mannschaftsmeisterschaft aufschlagen?

In der Mannschaftsmeisterschaft werde ich heuer für den TC LUV ervolksbank Graz an den Start gehen. Das hat vor allem den Grund, weil ich dort sehr gute Trainingspartner habe. Dazu kommt noch, dass mein Trainer auch dort spielt.

 In welcher Mannschaft / Klasse wirst Du da an den Start gehen, falls Du nicht gerade bei einem Turnier im Einsatz bist?

 Das kommt darauf an, an welchen Wochenenden ich da und eben nicht auf einem Turnier bin. Aber so wie es derzeit aussieht, wird es wahrscheinlich in der Landesliga B sein.

 Was war Dein bestes Ranking in Österreich bzw. international bisher?

 In Österreich bin ich in meiner Altersklasse Nr. 1 und international war mein beste Ranking Nr. 16 ETA. Ich bin mir aber sicher, dass ich mich noch weiter verbessern werde.

 Welches Ranking hast Du derzeit in Österreich bzw. international? Bist Du auf Grund Deiner Verletzung jetzt zurückgefallen?

 In Österreich bin ich in meiner Altersklasse immer noch auf der ersten Position. International bin ich allerdings auf Grund meiner Verletzung auf den 22. Platz zurückgefallen.

 Wer sind eigentlich Deine Vorbilder und warum?

 Novak Djokovic, James Blake und natürlich Roger Federer gehören zu den Sportlern, die ich mir unheimlich gerne ansehe. Diese Athleten spielen nicht nur ein wahnsinniges Tempo, sondern ich glaube, dass ich mir bei denen auch sonst noch so einiges abschauen kann.

 Was sind Deine Ziele für die nächste Saison, worauf liegt der Fokus?

Meine Ziele sind es, bei der Orange Bowl, die im Dezember in Florida stattfinden wird, gut abzuschneiden und in der nächsten Saison unter den Top 50 ETA U16 zu sein.

 Und was hast Du Dir als ganz großes Ziel für Deine Tenniskarriere vorgenommen?

Ich will mindestens ein Grand Slam Turnier gewinnen und unbedingt auch die Nummer 1 in der Weltrangliste werden.

Um im Tennis erfolgreich sein zu können, muss man nicht nur viel trainieren, sondern braucht auch ein entsprechendes Budget z.B. für internationale Turnierreisen usw. Gibt es bereits Sponsoren oder Unterstützer, die Dir da weiterhelfen?

Zum Glück unterstützen mich die Firmen Prince (Tennisschläger, Saiten, etc.), Fila (Bekleidung), die Firma Sobitsch und die Firma Ing. Erhartmaier als Hauptsponsor.

Einen großen Teil trägt selbstverständlich auch meine Mutter dazu bei. Außerdem werde ich auch noch vom Steirischen Tennisverband unterstützt.

Das klingt ja schon ziemlich professionell. Hast Du da dann überhaupt noch einen Bedarf nach weiteren Sponsoren?

 Die Unterstützung der Sponsoren ist schon sehr großzügig und ohne sie wäre das alles wahrscheinlich auch gar nicht finanzierbar. Aber man muss dabei auch bedenken, dass die Ausgaben Jahr für Jahr steigen. Je intensiver das Training und die begleitenden Maßnahmen, je weiter man zu Turnieren reisen und je mehr Turniere man spielt, umso höher werden auch die Kosten. Aus diesem Grund würde ich mich schon sehr freuen, wenn das eine oder andere Unternehmen, der eine oder andere Sponsor Interesse hätte, mich finanziell zu unterstützen.

 Was kannst Du tennisbegeisterten AlterskollegenInnen auf Grund Deiner bisherigen Erfahrungen mitgeben, worauf kommt es an, um im Jugendtennis erfolgreich zu sein?

Ich meine, dass man vor allem mit der richtigen Einstellung schon einiges erreichen kann. Selbstverständlich muss auch das Umfeld passen. Tennisbegeisterte Eltern, gute Trainer und entsprechende Partner, die einem finanziell unter die Arme greifen, bilden bei mir ein Gesamtpaket, dass es mir leicht macht, mich auf das zu konzentrieren, worauf es ankommt um erfolgreich zu sein: trainieren, trainieren und noch einmal trainieren!

 

Herzlichen Dank für Das Interview. Wir wünschen Dir eine schnelle Genesung und freuen uns, bald wieder über Erfolge von Dir berichten zu dürfen.

 

AK

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