ATP

Zwei souveräne Starts in Wimbledon

Dominic Thiem, beim wichtigsten Turnier der Welt als Nr. 8 gesetzt, siegte in der 1. Runde ebenso in drei Sätzen wie der steirische Qualifikant und Sensationsmann Sebastian Ofner.

Sebastian Ofner lebt in Wimbledon seinen Traum. Und der geht weiter. ©GEPA-Pictures

Rotweißrot trumpfte am Dienstag beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon groß auf. Dominic Thiem und Sebastian Ofner gewannen ihre Auftaktpartien jeweils in drei ungefährdeten Sätzen. Beide Ergebnisse kommen etwas überraschend. Thiem hatte heuer erst ein Match auf Rasen gewonnen und mit Vasek Pospisil einen ausgewiesenen Wiesen-Spezialisten serviert bekommen, Qualifikant Ofner hatte, abgesehen von Challengern, überhaupt noch nie an einem ATP-Turnier teilgenommen. Allein deshalb ist die Leistung des 21-Jährigen Steirers als sensationell zu bewerten.

Thiem, im All England Lawn Tennis & Croquet Club als Nummer 8 gesetzt,  benötigte beim 6:4, 6:4, 6:3 nur 1:55 Stunden. "Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und glücklich, einen so guten Rasenspieler besiegt zu haben", sagte der 23-Jährige, der keine einzige Breakchance zuließ. Nächster Gegner ist der Franzose Gilles Simon (ATP-36), gegen den der Lichtenwörther heuer zwei Mal gewonnen hat. "Ich werde alles geben, um erstmals in die dritte Runde zu kommen."

Der erfolgreichste Wimbledon-Steirer

Ofner setzte einen weiteren Meilenstein in seiner noch jungen Karriere. Der 21-jährige ÖTV-Vertragsspieler, der seit dem 14. Lebensjahr in der Südstadt trainiert und in London von Andreas Fasching betreut wird, schlug den Brasilianer Thomaz Bellucci (ATP-55) nach 1:45 Stunden mit 6:2, 6:3, 6:2. In Runde zwei wartet der als Nummer 17 gesetzte US-Amerikaner Jack Sock, die Nummer 18 der Welt. Ofner trat gegen Bellucci furchtlos auf. Zeigte kein Nervenflattern, auch nicht im zweiten Durchgang. Bei 5:3 wehrte er drei Breakbälle ab und verwandelte den ersten Satzball. So nahm die Sensation ihren Lauf.

So nebenbei: Ofner, aktuell 217., war zuvor erst zwei Mal gegen einen Top-100-Spieler angetreten. Erst dieses Jahr wechselte er von der Future- auf die Challenger-Ebene, wo er 14 Matches bestritt. Vor dem Auftritt auf der Grand-Slam-Bühne in Wimbledon war das Highlight des erfolgreichen Qualifikanten die Teilnahme an der Quali für die Erste Bank Open 2016 das ATP-Highlight gewesen. Weiters kurios: Ofner hatte vor Wimbledon in seiner gesamten Karriere 46.193 Dollar Preisgeld erwirtschaftet. Allein für das Erreichen der zweiten Runde an der Church Road bekommt er 65.000 Euro brutto.

Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek hatte das Potenzial Ofners bereits im Vorjahr geortet und ihn zum Ländermatch der Nationalmannschaft in die Ukraine als Sparringpartner mitgenommen. Heuer war Ofner in Weißrussland mit von der Partie.

Der St. Mareiner, der für Gratkorn in der Bundesliga spielt, ist der erste Steirer, der in Wimbledon ein Match im Hauptbewerb gewonnen hat. Dieses Kunststück blieb Thomas Muster ebenso verwehrt wie Gilbert Schaller und Oliver Marach.

Ungefährdeter Sieg für Thiem.

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